Gute Praxiseinrichtung sorgt dafür, dass Patienten sich vom ersten Schritt an orientieren können, dass Ihr Team kurze Wege und saubere Abläufe hat und dass Ihre Räume Fachlichkeit und Ruhe ausstrahlen, bevor das erste Wort gesprochen wird. Sie entsteht nicht aus Einzelkäufen, sondern aus einer klaren Reihenfolge: erst Abläufe und Vorschriften, dann Möblierung, Licht und Akustik, zuletzt Wandgestaltung und Details. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt eine Arztpraxis, die am Eröffnungstag funktioniert und nach Jahren noch logisch wirkt.
Vom Standort bis zur Wandgestaltung: Dieser Leitfaden deckt Planung, Budget, Pflichtanforderungen und die Arztpraxis-Gestaltung Raum für Raum ab, für Gründer, Übernehmer und Inhaber, die bestehende Praxisräume modernisieren wollen.
Arztpraxis einrichten: Planung und Budget
Der größte Fehler bei der Einrichtung einer Arztpraxis passiert vor dem ersten Kauf: Eine Fläche wird angemietet, weil sie sympathisch wirkt oder kurzfristig verfügbar ist, und danach versucht man, die medizinischen Abläufe hineinzuzwingen. Standort, Raumkonzept und Budget gehören deshalb an den Anfang jeder Planung.
Standort nüchtern bewerten
Ein Innenstadtstandort ist nicht automatisch besser. Eine Fläche am Stadtrand kann sinnvoller sein, wenn Parken, Zugang und Entwicklungspotenzial stimmen. Prüfen Sie vor der Zusage:
- Erreichbarkeit: zu Fuß, mit ÖPNV und Auto, auch für ältere Patienten, Familien mit Kinderwagen und Menschen mit Rollator.
- Umfeld: Apotheken, andere Gesundheitsberufe, Nahversorgung, Wettbewerber und Zuweiserstruktur.
- Flächenlogik: nicht nur Quadratmeter, sondern Zuschnitt, Wasseranschlüsse, Schallschutz, Aufzug und Lagerflächen.
- Entwicklung: Passt die Fläche noch, wenn Sie Personal aufstocken oder zusätzliche Leistungen anbieten?
- Nutzungsänderung: Wurde die Fläche bisher anders genutzt, ist meist eine baurechtliche Umnutzung nötig.
Raumkonzept: in Bewegungen planen, nicht in Räumen
Ein guter Grundriss ist ein funktionierender Arbeitstag in räumlicher Form. Gehen Sie den Weg des Patienten und den Weg des Teams getrennt durch: Ankommen, Anmelden, Warten, Aufruf, Behandlung, Check-out. Dazu kommen Materialwege, Telefonate, Lagerung, Reinigung und Pausen. Daraus ergibt sich fast immer eine Zonierung in drei Bereiche:
| Bereich | Zweck | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Öffentlich | Ankommen, Anmeldung, Warten | Sichtbare Anmeldung, ruhige Wirkung, Diskretion am Tresen |
| Halböffentlich | Aufruf, Gespräch, Behandlung | Kurze Wege, Privatsphäre, keine Kreuzungen mit Wartenden |
| Intern | Büro, Lager, Personal, Technik, Aufbereitung | Schneller Zugriff, keine Patientenwege, rein und unrein getrennt |
Typische Planungsfehler: ein Empfang ohne Sichtachse zum Eingang, ein Wartezimmer im Laufweg, Behandlungsräume weit weg von Material und Anmeldung. Bei kleinen Flächen gilt: reibungslos schlägt repräsentativ. Wartebereiche müssen nicht groß sein, sondern geordnet.
Die richtige Reihenfolge
- Bedarf definieren und Grundriss finalisieren (inklusive Patientenweg und Materialweg).
- Vorschriften prüfen: Hygiene, Barrierefreiheit, Brandschutz, Arbeitsstätte.
- Gewerke und technische Anforderungen abstimmen: Elektrik, Wasser, Lüftung, IT-Verkabelung.
- Einbauten und feste Elemente festlegen: Boden, Empfangstresen, Schrankwände.
- Medizintechnik und IT koordinieren.
- Lose Möblierung, Licht, Akustik bestellen.
- Wandgestaltung und Details, sobald Lichtachsen, Blickrichtungen und Möblierung feststehen.
- Probebetrieb vor Eröffnung.
Planen Sie den Zeitplan von der Eröffnung rückwärts, legen Sie Prüfpunkte fest (nach Rohbau, vor Möbellieferung, vor Inbetriebnahme) und lassen Sie Puffer für Lieferungen und Nacharbeiten.
Kostenblöcke sauber trennen
Als groben Richtwert nennen Branchenübersichten für die Einrichtung einer Arztpraxis in Deutschland netto etwa 50.000 bis 250.000 Euro; bei einer Übernahme kommt der Kaufpreis für die bestehende Praxis hinzu. Wichtiger als die Zahl ist ihre Struktur. Gliedern Sie das Budget nicht nach Lieferanten, sondern nach Funktionen:
| Kostenblock | Worum es geht | Typische Gefahr |
|---|---|---|
| Umbau und Ausbau | Boden, Wände, Elektrik, Wasser, Lüftung, Schreinerarbeiten, Genehmigungen | Bestand wird unterschätzt |
| Medizintechnik und IT | Geräte, Monitore, Praxissoftware, Netzstruktur, Drucker, Scanner | Zubehör, Installation und Einweisung fehlen im Angebot |
| Möbel und Einbauten | Empfang, Stauraum, Sitzmöbel, Liegen, Arbeitsplätze | Einzelkäufe ohne Gesamtkonzept |
| Gestaltung und Details | Licht, Akustik, Wandgestaltung, Leitsystem, Beschilderung | Zu spät geplant und dann gestrichen |
Ausgerechnet der Block "Gestaltung und Details" wird am Ende oft gestrichen, obwohl Licht, Akustik und Wandflächen die tägliche Wahrnehmung Ihrer Praxis stärker prägen als die meisten Geräte. Ein Reservebudget gehört in jede Kalkulation. Gebündelte Bestellungen und Kauf auf Rechnung für Praxen erleichtern Liquidität und Übersicht.
Pflichtanforderungen: Hygiene, Barrierefreiheit, Brandschutz, Datenschutz
Der kreative Teil macht mehr Spaß, der rechtliche entscheidet aber darüber, ob die Eröffnung glatt läuft. Die folgenden Punkte sind ein allgemeiner Überblick und ersetzen keine Beratung durch Architekt, Ärztekammer, Kassenärztliche Vereinigung oder Gesundheitsamt. Die konkreten Anforderungen hängen von Bundesland, Fachrichtung und Gebäude ab.
Hygiene ist eine Materialentscheidung
Böden, Arbeitsflächen und wandnahe Bereiche in Patientenversorgungsbereichen müssen sich reinigen und desinfizieren lassen. Praktisch heißt das: glatte, fugenarme, feuchtigkeitsbeständige Oberflächen statt poriger Materialien oder offener Textilflächen in Behandlungsnähe. Wer Instrumente aufbereitet, braucht einen Aufbereitungsraum mit erkennbarer Trennung von rein und unrein, passenden Anschlüssen und ausreichender Belüftung.
| Bereich | Anforderung | Beispiel |
|---|---|---|
| Boden | glatt, feuchtigkeitsbeständig, rutschhemmend, desinfizierbar | Vinyl oder Epoxidharz mit Hohlkehle |
| Arbeitsfläche | porenarm, beständig gegen Desinfektionsmittel | Kompakt-HPL oder vergleichbare Hygieneoberfläche |
| Sitzmöbel | abwischbar, langlebig, keine offenen Textilien in kritischen Zonen | Beschichtete Bezüge oder Kunstleder |
| Wandbilder | abwischbare Rahmen, kein Staubfänger, nicht im Spritzbereich | Glatte Rahmen mit Glas oder Acryl, außerhalb der Arbeitszone |
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit gehört in die Grundrissphase, nicht in die Nachrüstung. Dazu zählen ein stufenloser Zugang, ausreichend breite Türen und Bewegungsflächen, ein erreichbarer Empfangstresen mit abgesenktem Bereich, ein barrierefreies WC und gut lesbare Beschilderung mit klaren Kontrasten. Bei Neubau und Umnutzung sind in vielen Bundesländern verbindliche Vorgaben zu beachten; Ihr Architekt kennt die geltenden Normen und Landesbauordnungen.
Brandschutz
Flucht- und Rettungswege müssen frei bleiben und dürfen nicht durch Stühle, Kinderwagen oder Infoständer verstellt werden. Rettungszeichen, Feuerlöscher und Notbeleuchtung dürfen nicht durch Möbel oder Wandbilder verdeckt werden. In Fluren, die als Fluchtweg dienen, gelten je nach Gebäude Anforderungen an Materialien und an die Breite; klären Sie das mit dem Planer, bevor Sie Sitzbänke oder Garderoben im Flur einplanen.
Datenschutz am Empfang
Am Empfang laufen Patientendaten, Telefonate und Gespräche zusammen. Schaffen Sie eine Diskretionszone mit Abstand zwischen Anmeldung und Wartenden, setzen Sie Sichtschutz an Monitoren ein und positionieren Sie Bildschirme so, dass sie von der Patientenseite nicht einsehbar sind. Unterlagen, Rezepte und Überweisungen gehören in abschließbare Schränke statt auf den Tresen. Telefonate mit sensiblen Inhalten sollten in einem Backoffice-Bereich geführt werden, nicht in Hörweite des Wartezimmers. Auch Self-Check-in-Terminals brauchen Sichtschutz und einen Standort, an dem niemand über die Schulter schaut.
Praxisräume gestalten: Raum für Raum
Jeder Praxisraum erfüllt eine andere Aufgabe, deshalb braucht die Arztpraxis Gestaltung pro Raum eigene Entscheidungen. Verbindend wirkt eine gemeinsame Handschrift: dieselbe Farbfamilie, dasselbe Rahmenfinish, dieselbe Lichtlogik. Weitere Ideen zur Wandgestaltung finden Sie im Beitrag Arztpraxis Dekoration & Wandbilder.
Empfang
Der Empfang muss zwei Dinge gleichzeitig können: organisieren und beruhigen. Das gelingt mit einem Tresen, der vorne ruhig und hinten funktional ist. Drucker, Scanner, Kabel und Formulare müssen verschwinden können, abschließbare Schränke nehmen Unterlagen und Stempel auf. Ein zu klein geplanter Empfang rächt sich: Dann stapeln sich Post und Kartons im Blickfeld der Patienten.
- Möbel: Tresen mit zwei Höhen (Stehbereich und abgesenkter Bereich), tiefe Arbeitsflächen, Sitz-Steh-Arbeitsplätze für das Team.
- Licht: gleichmäßig und freundlich, ohne harte Schatten im Gesichtsbereich; Akzentlicht auf der Rückwand gibt dem Bereich Tiefe.
- Farben: ruhige Grundfläche, ein Akzentton, der sich später in Türschildern oder Sitzpolstern wiederholt.
- Akustik: Thekenform und Rückwand so planen, dass Gespräche nicht in den Raum getragen werden; Akustikpaneele hinter dem Tresen helfen.
- Wandgestaltung: ein visueller Anker, nicht viele kleine Bilder. Ein großformatiges Motiv oder eine symmetrische Dreierserie hinter oder neben dem Tresen reicht. Hier darf die Fachrichtung erkennbar werden, ohne mit Informationen zu konkurrieren.
Wartezimmer
Das Wartezimmer ist der Ort, an dem Patienten Ihre Praxis bewerten, bevor ein Gespräch stattfindet. Der Raum muss freundlich sein, aber nicht privat, bequem, aber leicht zu reinigen. Patienten warten nie nur auf die Uhr, sie warten in einer Atmosphäre.
- Möbel: Sitzgruppen statt Reihung, feste Armlehnen (erleichtern das Aufstehen), Abstand zwischen den Plätzen, Stellfläche für Rollatoren und Kinderwagen, die keine Wege blockiert.
- Licht: weicher als am Empfang; eine zweite Lichtebene aus wärmeren Quellen verhindert den Eindruck eines Amtsflurs. Fenster nicht mit Schränken verstellen.
- Farben: warme Neutraltöne wie Sand, Greige oder gedämpftes Blaugrün. Blau und Grün wirken beruhigend, Gelb und Orange eignen sich nur als Akzent.
- Akustik: gepolsterte Sitzmöbel, Vorhänge oder Teppich, wo das Hygienekonzept es zulässt, Akustikpaneele an der Decke. Wenn Gesprächsfetzen vom Empfang hörbar sind, verliert der Raum sofort an Ruhe.
- Wandgestaltung: wenige große Motive mit ruhiger Bildsprache, die aus der Sitzposition gut lesbar sind. Empfohlene Formate sind DIN A2 und DIN A1; kleinere Bilder verschwinden aus drei Metern Sitzdistanz. Anatomische Motive wie Herz, Gehirn oder Bewegungsapparat wecken Interesse, wenn sie nicht wie Lehrtafeln präsentiert werden. Beispiele zeigt der Beitrag Wartezimmer Bilder. Abgestimmte Praxis-Sets verhindern, dass Einzelmotive stilistisch gegeneinander arbeiten.
Sprechzimmer
Im Sprechzimmer finden Anamnese, Befundbesprechung und Aufklärung statt. Der Raum sollte Konzentration und Vertraulichkeit unterstützen, ohne kahl zu wirken.
- Möbel: Schreibtisch mit Monitor, der nicht zwischen Arzt und Patient steht, sondern seitlich gedreht werden kann; zwei Patientenstühle; geschlossener Stauraum für Unterlagen.
- Licht: klare Ausleuchtung von Tisch und Bildschirm, ergänzt um eine warme Leuchte, damit der Raum nicht nach Büro aussieht.
- Farben und Material: matte Oberflächen, Holzdetails und ein ruhiger Akzentton nehmen Härte aus dem Raum.
- Akustik: Türen mit Dichtung und absorbierende Flächen, damit Gespräche nicht nach außen dringen.
- Wandgestaltung: ein bis zwei Motive, die zum Fachgebiet passen und im Gespräch als Bezugspunkt dienen können: Herz-Kreislauf in der Inneren Medizin, Wirbelsäule und Gelenke in der Orthopädie, Gehirn und Nervensystem in Neurologie und Psychotherapie, Kiefer und Zahnaufbau in der Zahnmedizin. In sensiblen Fachrichtungen sollte die Bildsprache ruhig und nicht zu technisch sein.
Behandlungsraum
Im Behandlungsraum gilt: Reichweite schlägt Dekoration. Bewährt hat sich eine Unterteilung in drei Zonen: Patientenzone (Liege, Stuhl, Ablage für persönliche Dinge), Arbeitszone (Dokumentation, häufig genutzte Instrumente) und Materialzone (Verbrauchsmaterial, Handschuhe, Desinfektion). Die freie Bewegungsfläche darf nicht durch Schränke, Geräte oder Rollcontainer verstellt sein.
- Möbel: Untersuchungsliege mit guter Zugänglichkeit, höhenverstellbare Arbeitsmittel, Arbeitsstuhl mit stabilen Rollen und abwischbarer Oberfläche, geschlossene Schränke mit klarer Logik. Matte, strapazierfähige Oberflächen verzeihen den Dauereinsatz besser als Hochglanz.
- Licht: gleichmäßig, schattenarm und blendfrei; Lichtfarbe neutralweiß für die Untersuchung.
- Farben: helle Basis mit grünen oder blauen Akzenten; reines Weiß auf allen Flächen wirkt distanziert.
- Wandgestaltung: Anatomie-Poster übernehmen hier eine Doppelfunktion als Patientenaufklärung und als Gestaltungselement. Ein Motiv der behandelten Körperregion gegenüber der Liege oder neben dem Arztstuhl hilft, Befunde zu erklären. Empfohlene Formate sind DIN A3 oder DIN A2, aufgehängt auf Augenhöhe des sitzenden Patienten, also mit der Bildmitte bei etwa 1,20 bis 1,30 Metern. Zwei bis drei zusammengehörige Motive reichen; mehr wirkt wie ein Lehrsaal. Hängen Sie Bilder außerhalb des Spritz- und Arbeitsbereichs und wählen Sie abwischbare Rahmen, etwa einen Alu-Bilderrahmen.
Flur
Flure sind Wegführung, keine Restfläche. Licht sollte den Weg lesbar machen, Beschilderung und ein wiederkehrender Farbcode geben Orientierung. Für die Wände eignet sich eine lineare Serie gleich großer Motive in einheitlichem Rahmen, im Format DIN A2 oder DIN A1, mit der Bildmitte auf etwa 1,50 bis 1,60 Metern, da Patienten hier im Gehen schauen. Gleichmäßige Abstände wirken fast immer besser als kreative Hängungen. Achten Sie darauf, dass Rahmen nicht in die vorgeschriebene Fluchtwegbreite ragen.
Personalbereich
Ein häufiger Denkfehler: Hauptsache, die Patientenbereiche sehen gut aus. Tatsächlich prägen die Personalräume, wie Ihr Team den Arbeitstag erlebt und wie lange es bleibt. Dazu gehören ein Pausenraum, der nicht gleichzeitig Lager ist, Umkleiden mit abschließbaren Fächern, ein Backoffice mit ergonomischen Arbeitsplätzen für Abrechnung und Telefonate sowie Stauraum nah am Bedarf. Bessere Akustik, freundlichere Farben und einige passende Wandbilder schaffen hier mit wenig Aufwand Entlastung; die Gestaltung darf fachlicher und dichter sein als im Wartezimmer.
Rahmen, Material und Pflege von Wandbildern
Ein Poster wirkt erst durch Format und Rahmung wie ein Gestaltungselement statt wie ein Provisorium. Legen Sie sich auf ein Rahmenfinish fest: Schwarz für moderne Räume, helles Holz für Wärme, Weiß für filigrane Motive, Aluminium für eine präzise, hygienische Anmutung. Simulieren Sie die Hängung mit Papierzuschnitten an der Wand und prüfen Sie Spiegelungen zu verschiedenen Tageszeiten. Im Zweifel hängen Sie ein Bild weniger: Überfüllung ist der häufigere Fehler als Leere.
Die Anatomie Poster von Animus Medicus gibt es in DIN A5 bis DIN A1, gedruckt in Deutschland auf mattem 250 g/m² Papier, das unter Glas nicht spiegelt. Alle Motive sind von Medizinern geprüft, damit die Darstellung auch im Aufklärungsgespräch standhält.
Moderne Arztpraxis Einrichtung 2026: Digitalisierung und Wohlfühlatmosphäre
Eine moderne Arztpraxis-Einrichtung muss heute zwei Erwartungen gleichzeitig erfüllen. Patienten, die online einen Termin gebucht und ihre Unterlagen digital übermittelt haben, erwarten vor Ort denselben Qualitätsanspruch: keine improvisierte Anmeldung, kein überladener Infoständer, keine anonyme Wartezone. Gleichzeitig soll die Praxis nicht wie ein Technikraum wirken, sondern wie ein Ort, an dem Menschen ernst genommen werden.
Digitale Touchpoints brauchen einen Platz im Raum
- Self-Check-in: Terminals oder Tablets gehören dorthin, wo Patienten ohnehin Orientierung suchen: nahe am Empfang oder am Übergang zum Warten, mit Sichtschutz und ausreichend Bewegungsfläche davor. Geräte, die "irgendwo" im Raum landen, erzeugen Unsicherheit.
- Digitale Aufrufsysteme: ein gut platzierter Bildschirm im Wartezimmer entlastet den Empfang und ermöglicht eine anonyme Nummernvergabe statt Namensaufruf.
- Telemedizin-Raum: Videosprechstunden brauchen akustische Ruhe, gleichmäßiges Licht ohne Gegenlicht, einen ruhigen Hintergrund, stabile Netzinfrastruktur und eine klare Trennung vom Publikumsverkehr. Ein freies Zimmer mit Bildschirm reicht nicht.
- IT-Infrastruktur: Netzwerkdosen, Stromanschlüsse und Kabelwege früh planen, damit später keine Kabel in Laufwegen hängen. Modulare Möbel und leichte Trennwände halten Räume anpassbar.
Wohlfühlatmosphäre ohne Lifestyle-Inszenierung
Modern ist nicht automatisch kühl, und hochwertig ist nicht automatisch teuer. Der Trend geht weg von reinem Weiß und beliebigen Landschaftsdrucken hin zu abgestuften Neutraltönen, matten Oberflächen, natürlichen Materialien, mehrschichtigem Licht und einer Wandgestaltung, die den medizinischen Kontext nicht versteckt. Grenzen hat der Trend in emotional belasteten Bereichen, wo eine zu direkte Bildsprache unpassend wirken kann. Fragen Sie sich immer, für wen der Raum gedacht ist: für Patienten, für das Team oder für beide.
Nicht jede Modernisierung braucht einen Umbau. Neue Beleuchtung, eine bereinigte Farbwelt, hochwertige Sitzmöbel und abgestimmte Wandbilder bewirken oft mehr als teure Einzelstücke ohne Konzept. Beginnen Sie dort, wo täglich die meisten Menschen hinsehen: Empfang, Wartezimmer und Hauptflur.
Checkliste Einrichtung Arztpraxis
- Standort auf Erreichbarkeit, Umfeld, Zuschnitt und Entwicklungspotenzial geprüft.
- Nutzungsänderung und Genehmigungen geklärt, bauliche Freigaben erledigt.
- Grundriss im Alltag durchgespielt, inklusive Patientenweg, Teamweg und Materialweg.
- Barrierefreiheit, Brandschutz und Fluchtwege mit dem Planer abgestimmt.
- Hygieneanforderungen in Oberflächen, Stauraum und Aufbereitung umgesetzt.
- Diskretionszone am Empfang, Sichtschutz an Monitoren, abschließbare Schränke.
- Budget in Kostenblöcke gegliedert, Reservebudget eingeplant.
- Möblierung auf Ergonomie, Reinigungsfähigkeit und Bewegungsflächen geprüft.
- Licht in drei Ebenen geplant, Akustik im Raum getestet.
- Ein Farbkonzept und ein Rahmenfinish für die gesamte Praxis festgelegt.
- Wandbilder pro Raum in Format und Höhe geplant: A3/A2 im Behandlungsraum auf Augenhöhe des sitzenden Patienten, A2/A1 in Wartezimmer und Flur.
- Self-Check-in, Aufrufsystem und Telemedizin-Raum mit Standort und Anschlüssen eingeplant.
- Probebetrieb vor der Eröffnung durchgeführt, Puffer für Restarbeiten vorhanden.
Häufige Fragen zur Praxiseinrichtung
Was kostet die Einrichtung einer Arztpraxis?
Als groben Richtwert nennen Branchenübersichten netto 50.000 bis 250.000 Euro, abhängig von Fachrichtung, Fläche, Gebäudezustand und Medizintechnik; bei einer Übernahme kommt der Kaufpreis hinzu. Verlässlich wird die Zahl erst mit Angeboten für jeden Kostenblock.
In welcher Reihenfolge sollte ich die Arztpraxis einrichten?
Erst Abläufe und Grundriss, dann Vorschriften, dann Gewerke und feste Einbauten, danach Medizintechnik und IT, zuletzt lose Möbel, Licht, Akustik und Wandgestaltung. Wer mit Farben und Bildern beginnt, korrigiert später im laufenden Betrieb.
Welche Farben eignen sich für Praxisräume?
Eine ruhige Basis aus warmem Weiß, Sand, Greige oder hellem Grau, dazu ein Akzentton pro Zone. Blau wirkt beruhigend und präzise, Grün steht für Regeneration und passt in Therapie- und Behandlungsräume, warme Erdtöne geben Nähe. Gelb, Orange und Rot nur als Akzent. Reines Weiß auf allen Flächen wirkt steril.
Welche Bilder gehören in eine Arztpraxis?
Motive, die zum Fachgebiet passen und ruhig gestaltet sind: Herz und Gefäße in der Inneren Medizin, Bewegungsapparat in Orthopädie und Physiotherapie, Gehirn und Nervensystem in Neurologie und Psychotherapie, Kiefer in der Zahnmedizin. Entscheidend sind Qualität, einheitliche Rahmung und Dosierung. Ein großes Motiv an der richtigen Wand wirkt stärker als fünf kleine.
Welche Postergröße ist für Behandlungsraum und Wartezimmer richtig?
Im Behandlungsraum DIN A3 oder DIN A2, aufgehängt auf Augenhöhe des sitzenden Patienten, damit das Bild im Aufklärungsgespräch nutzbar ist. Im Wartezimmer und im Flur DIN A2 oder DIN A1, weil die Wirkung aus Distanz entsteht und kleine Formate aus Sitzabstand verschwinden.
Sind Anatomie-Poster im Behandlungsraum hygienisch unbedenklich?
Ja, wenn sie außerhalb des unmittelbaren Spritz- und Arbeitsbereichs hängen und in glatten, abwischbaren Rahmen mit Glas oder Acryl sitzen. Offene Textilflächen, tiefe Schattenfugen und Ornamentrahmen gehören nicht in Behandlungsnähe. Die Rahmen werden im normalen Reinigungsturnus mitgewischt.
Kann ich Wandbilder für die Praxis auf Rechnung kaufen?
Ja. Animus Medicus bietet Praxen den Kauf auf Rechnung an, dazu kostenlosen Versand innerhalb Deutschlands, 30 Tage Rückgaberecht und Mengenrabatt: ab 3 Postern 10 %, ab 5 Postern 15 %.
Fazit: Praxiseinrichtung als System, nicht als Einkaufsliste
Eine überzeugende Arztpraxis-Einrichtung verbindet Vorschrift und Wirkung. Sie beginnt mit Standort und Grundriss, löst Hygiene, Barrierefreiheit, Brandschutz und Datenschutz in der Planung statt in der Nachrüstung und gibt jedem Raum die Möbel, das Licht, die Akustik und die Wandgestaltung, die seine Aufgabe unterstützen. Gute Arztpraxis-Gestaltung sieht nicht dekoriert aus, sondern stimmig.
Wenn Sie die Wandgestaltung Ihrer Praxis mit medizinisch geprüften Motiven planen, finden Sie in der Collection Anatomie Poster für Arztpraxis & Physiotherapie Motive für Empfang, Wartezimmer, Sprech- und Behandlungsraum. Über 3.500 Praxen haben ihre Räume bereits damit ausgestattet, mit kostenlosem Versand in Deutschland, 30 Tagen Rückgaberecht und Kauf auf Rechnung.
Über den Autor: Wichard Lüdje ist Mediziner und Gründer von Animus Medicus. Seit 2018 stattet er Praxen, Kliniken und Lernräume mit anatomischen Wandbildern aus.





