Abrechnung arztpraxis lernen: Ihr Guide zu EBM und GOÄ

Wer die Abrechnung in der Arztpraxis lernen will, muss sich zwangsläufig mit den beiden Säulen des deutschen Systems beschäftigen: dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für Kassenpatienten und der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für Privatversicherte. Der Trick ist, die völlig unterschiedlichen Spielregeln, Ziffern und Dokumentationspflichten für jeden einzelnen Fall sicher anzuwenden.

Warum eine saubere abrechnung das rückgrat deiner praxis ist

Eine korrekte Abrechnung ist viel mehr als nur lästiger Papierkram – sie ist das finanzielle Fundament, auf dem die ganze Praxis steht. Jede Leistung, die du erbringst, aber nicht richtig oder gar nicht abrechnest, ist verlorenes Honorar. Pures Geld, das dir fehlt.

Ohne ein solides Grundwissen riskierst du nicht nur finanzielle Lücken, sondern auch nervige und zeitraubende Nachfragen von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) oder den privaten Versicherungen. Wenn du die Abrechnung von der Pike auf lernst, sicherst du also nicht nur dein verdientes Geld, sondern schaffst auch rechtliche Sicherheit und bringst Ruhe in den Praxisalltag. Es geht darum, den Wert deiner Arbeit auch auf dem Papier sichtbar zu machen.

EBM vs. GOÄ: die beiden welten der abrechnung

Im deutschen Gesundheitswesen gibt es quasi zwei komplett getrennte Abrechnungswelten. Es ist absolut entscheidend, die grundlegenden Unterschiede zu kennen, denn sie beeinflussen alles – von der ersten Dokumentation bis zur finalen Rechnung.

Übersicht zur Praxisabrechnung: EBM und GOÄ im Vergleich mit deren wichtigsten Merkmalen und Unterschieden.

Man sieht sofort: Der EBM ist ein starres, budgetiertes System mit festen Punktwerten. Die GOÄ hingegen gibt Ärzten durch Steigerungsfaktoren deutlich mehr Spielraum, um den individuellen Aufwand einer Behandlung abzubilden.

Die folgende Tabelle stellt die beiden Systeme direkt gegenüber und macht die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick deutlich.

Die abrechnungssysteme EBM und GOÄ im vergleich

Ein direkter vergleich der grundlegenden merkmale von EBM und GOÄ, um die wichtigsten unterschiede auf einen blick zu erfassen.

Merkmal EBM (Gesetzliche Krankenversicherung) GOÄ (Private Krankenversicherung)
Geltungsbereich Gesetzlich versicherte Patienten (ca. 90 % der Bevölkerung) Privatpatienten, Selbstzahler, Beihilfeberechtigte
Vergütungssystem Feste Punktwerte, die in Euro umgerechnet werden Flexible Gebührensätze mit Steigerungsfaktoren (1,0 bis 3,5)
Budgetierung Ja, durch Regelleistungsvolumen (RLV) und Budgets gedeckelt Nein, keine Budgetierung
Abrechnung Quartalsabrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Direkte Rechnungsstellung an den Patienten
Flexibilität Gering, da Ziffern und Leistungen fest definiert sind Hoch, da der Behandlungsaufwand individuell abgebildet werden kann
Begründungspflicht Nur in Ausnahmefällen erforderlich Erforderlich bei Überschreitung des 2,3-fachen Satzes

Dieser Vergleich zeigt, dass beide Systeme eine völlig andere Herangehensweise und Denkweise erfordern.

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) gibt die Regeln für die Behandlung von rund 90 % der Bevölkerung vor – also für alle Kassenpatienten. Man kann ihn sich wie ein riesiges, starres Regelbuch vorstellen, voll mit Ziffern und Punktwerten, die am Ende des Quartals zusammengezählt werden. Die größte Hürde sind hier oft die komplexen Vorgaben und die Budgetierung, Stichwort Regelleistungsvolumen (RLV).

Ein solides EBM-Wissen ist das A und O, denn hierüber läuft der Löwenanteil der Praxiseinnahmen. Kleine Fehler können sich über ein Quartal schnell zu beträchtlichen Honorarverlusten summieren.

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist das Pendant für Privatpatienten und Selbstzahler. Im Gegensatz zum EBM erlaubt die GOÄ, den tatsächlichen Aufwand einer Behandlung über sogenannte Steigerungsfaktoren individuell zu bewerten. Das gibt dir zwar mehr Gestaltungsspielraum, verlangt aber auch eine saubere und nachvollziehbare Begründung, wenn du höhere Sätze ansetzt.

EBM und GOÄ ziffern im praxisalltag sicher anwenden

Okay, nachdem wir die groben Unterschiede zwischen EBM und GOÄ geklärt haben, geht’s jetzt ans Eingemachte: die tägliche Anwendung. Denn wer die Abrechnung in der Arztpraxis lernen will, muss verstehen, wie diese Ziffernwerke im echten, oft hektischen Praxisalltag funktionieren. Hier geht es nicht ums sture Auswendiglernen von Listen, sondern darum, die Logik dahinter wirklich zu verinnerlichen.

Der EBM ist viel mehr als nur eine Ansammlung von Ziffern – er ist ein budgetiertes System. Begriffe wie das Regelleistungsvolumen (RLV) klingen erstmal furchtbar sperrig. In der Praxis bedeuten sie aber ganz einfach: Dein Honorar für Kassenpatienten ist ab einem bestimmten Punkt gedeckelt. Das frühzeitig zu kapieren, ist Gold wert für die wirtschaftliche Steuerung deiner Praxis.

Den EBM im griff behalten

Statt dich durch den kompletten, dicken EBM-Katalog zu quälen, konzentriere dich am Anfang lieber auf die Ziffern, die für deine Fachrichtung wirklich relevant sind. Jede Fachgruppe hat ihre eigenen „Brot-und-Butter-Ziffern“, die den Löwenanteil der täglichen Arbeit ausmachen.

Nehmen wir das klassische Beispiel der hausärztlichen Versorgung. Hier bilden die Versicherten- und Chronikerpauschalen (wie die EBM-Ziffern 03000 und 03220) die absolute Basis. Darauf sattelst du dann die spezifischen Leistungsziffern für Untersuchungen, Beratungen oder kleinere Eingriffe.

Der eigentliche Schlüssel zum Erfolg im EBM liegt nicht darin, jede einzelne Ziffer auswendig zu können. Viel entscheidender ist es, die häufigsten Ziffernkombinationen und – ganz wichtig – die Ausschlusskriterien sicher zu beherrschen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn dir eine Leistung gestrichen wird, nur weil zwei Ziffern nicht nebeneinander abgerechnet werden dürfen.

Um mal ein Gefühl für die finanzielle Tragweite zu bekommen, hilft ein Blick auf die Realität: Der durchschnittliche Honorarumsatz pro Behandlungsfall lag im hausärztlichen Bereich zuletzt bei 72,29 Euro. Bei den Fachärzten waren es mit rund 80,82 Euro nur unwesentlich mehr. Diese Zahlen machen brutal deutlich, wie sehr jede einzelne korrekt abgerechnete Ziffer für den wirtschaftlichen Erfolg zählt. Wenn du tiefer in die Zahlen eintauchen willst, wirft dieser detaillierte Report über die Finanzsituation von Ärzten ein spannendes Licht auf die ärztlichen Honorare.

Die flexibilität der GOÄ nutzen

Die GOÄ lässt dir im Gegensatz zum recht starren EBM-Korsett deutlich mehr Luft zum Atmen. Das Herzstück, mit dem alles steht und fällt, ist hier der Steigerungsfaktor. Mit ihm kannst du den tatsächlichen Aufwand einer Behandlung abbilden.

  • 1,0-facher Satz (Einfachsatz): Den nimmst du für ganz einfache, schnelle Leistungen ohne irgendeinen besonderen Aufwand.
  • 2,3-facher Satz (Regelhöchstsatz): Das ist der Standard für die allermeisten Behandlungen, die einen durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand haben.
  • Bis 3,5-facher Satz (Höchstsatz): Dieser ist für Leistungen reserviert, die überdurchschnittlich schwierig, zeitaufwendig oder durch besondere Umstände erschwert waren. Aber Achtung: Eine kurze, plausible Begründung ist hier absolute Pflicht!

Stell dir ein konkretes Szenario vor: Du versorgst bei einem Privatpatienten eine komplexe Wunde. Aufgrund einer starken Blutung und weil der Patient sehr unruhig ist, dauert das Ganze deutlich länger als üblich. Hier ist eine Steigerung über den 2,3-fachen Satz hinaus absolut gerechtfertigt. Deine Begründung auf der Rechnung könnte dann lauten: „Erhöhter Zeitaufwand bei der Blutstillung aufgrund diffuser Sickerblutung“. Kurz, knackig, nachvollziehbar.

Manchmal stehst du aber vor dem Problem, dass es für eine moderne medizinische Leistung schlicht keine passende Ziffer in der veralteten GOÄ gibt. Genau für diese Fälle gibt es die Analogziffern. Du suchst dir eine Ziffer, die nach Art, Kosten- und Zeitaufwand einer vergleichbaren Leistung entspricht, und kennzeichnest sie dann als Analogleistung (gemäß § 6 Abs. 2 GOÄ). Das ist deine Chance, auch innovative Verfahren fair und korrekt abzurechnen.

Lückenlose dokumentation als schlüssel zum honorar

Jede Abrechnung, die du erstellst, ist immer nur so gut wie die Dokumentation, die dahintersteht. Du kannst dir die Patientenakte wie das Fundament eines Hauses vorstellen: Wenn es bröckelt oder Lücken hat, wird das ganze Gebäude instabil. Im Praxisalltag heißt das: Ungenaue oder unvollständige Einträge führen fast zwangsläufig zu Honorarkürzungen, nervigen Rückfragen und im schlimmsten Fall sogar zu Regressforderungen.

Tablet mit Diagramm, Taschenrechner und Notizbuch auf Holzschreibtisch für lückenlose Dokumentation.

Wer also die Abrechnung in der Arztpraxis lernen will, kommt um dieses Thema nicht herum. Der erste und wichtigste Schritt ist immer eine saubere Aktenführung. Es geht darum, eine absolut nachvollziehbare Kette von Informationen zu schaffen – von der ersten Anamnese bis zum letzten Therapieschritt.

Was in keiner akte fehlen darf

Eine unangreifbare Dokumentation ist kein Hexenwerk, sondern folgt einer klaren, einfachen Logik. Sie muss den gesamten Behandlungsprozess so abbilden, dass selbst ein externer Prüfer, der den Patienten nie gesehen hat, alles auf Anhieb versteht.

  • Anamnese und Befunde: Hier gehört nicht nur die Hauptdiagnose rein. Notiere auch alle relevanten Nebendiagnosen, Risikofaktoren und die genauen Beschwerden, die der Patient schildert.
  • Diagnostik und Therapie: Jede einzelne durchgeführte Leistung, von der Blutabnahme bis zum ausführlichen Beratungsgespräch, muss mit Datum und idealerweise auch mit Uhrzeit vermerkt sein.
  • Aufklärung und Einwilligung: Halte fest, dass du den Patienten über die Behandlung, mögliche Alternativen und Risiken aufgeklärt hast und er zugestimmt hat.
  • Verordnungen und Medikation: Alle verschriebenen Medikamente, Heil- und Hilfsmittel müssen präzise dokumentiert werden.

Die Grundsätze einer sauberen Aktenführung sind übrigens im gesamten Gesundheitswesen entscheidend. Man kann sich durchaus wertvolle Impulse aus der Dokumentation in der Pflege holen, denn auch dort dreht sich alles um Nachvollziehbarkeit und rechtliche Absicherung.

GOÄ-steigerungen und zeitfaktoren überzeugend begründen

Gerade bei der Abrechnung nach GOÄ ist deine Dokumentation pures Gold wert. Eine Steigerung über den 2,3-fachen Satz wird von den Versicherungen oft direkt gestrichen, wenn in der Akte keine stichhaltige Begründung zu finden ist.

Mach es dir zur Gewohnheit, direkt während oder unmittelbar nach der Behandlung stichpunktartig zu notieren, warum eine Leistung besonders aufwendig war. Das können ganz unterschiedliche Gründe sein:

  • Erhöhter Zeitaufwand durch einen schlechten Allgemeinzustand des Patienten.
  • Besondere Schwierigkeiten bei der Untersuchung, zum Beispiel bei stark adipösen Patienten.
  • Kommunikationsbarrieren, die mehr Zeit kosten (z. B. Sprachprobleme, Demenz).

Eine saubere Dokumentation ist kein lästiges Übel, sondern eine direkte Investition in deine finanzielle Sicherheit. Jeder zusätzliche Satz, den du schreibst, kann am Ende den Unterschied zwischen einer vollständigen und einer gekürzten Honorierung ausmachen.

Diese Sorgfalt ist heute wichtiger denn je, denn die finanzielle Schere für Praxen geht immer weiter auseinander. Zwischen 2015 und 2024 sind die Praxiskosten um rund 38 % gestiegen, der GKV-Punktwert im selben Zeitraum aber nur um magere 16 %. Wer sich die aktuelle Honorarentwicklung für Arztpraxen auf iww.de genauer ansieht, versteht sofort, warum eine optimierte Abrechnung überlebenswichtig ist.

Typische Abrechnungsfehler proaktiv vermeiden

Fehler in der Abrechnung sind menschlich, klar. Aber die richtig teuren lassen sich meistens verhindern. Jeder Fehler, egal wie klein, bedeutet am Ende des Tages ganz einfach: weniger Honorar. Es geht also darum, die klassischen Fallstricke zu kennen und ihnen einen Schritt voraus zu sein, bevor sie überhaupt passieren können.

Die meisten dieser Fehlerquellen sind alte Bekannte: eine vergessene Versichertenpauschale hier, eine falsch angewendete Ausschlussregel da oder ein ICD-10-Code, der einfach nicht zur Leistung passt. Gerade wenn es im Praxisalltag mal wieder drunter und drüber geht, schleichen sich solche Ungenauigkeiten ein. Genau deshalb ist es so wichtig, ein Gespür für diese kritischen Punkte zu entwickeln und Routinen zu schaffen, die solche Fehlerquellen minimieren.

Die häufigsten Fallstricke und wie du sie umgehst

Schaut man genauer hin, wiederholen sich die Fehler oft in den gleichen Bereichen. Wer diese kennt, kann gezielt gegensteuern und die Qualität seiner Abrechnung massiv steigern.

  • Vergessene Ziffern und Pauschalen: Manchmal werden zusätzliche Leistungen wie Beratungen, spezielle Untersuchungen oder Zuschläge schlicht übersehen. Eine einfache Checkliste für die häufigsten Behandlungsanlässe kann hier schon Wunder wirken.
  • Fehlerhafte ICD-10-Codierung: Die Diagnose muss immer zur abgerechneten Leistung passen. Ist die Codierung nicht plausibel, führt das fast garantiert zu Rückfragen und Streichungen.
  • Missachtung von Ausschlusskriterien: Bestimmte EBM-Ziffern dürfen nicht nebeneinander oder im selben Quartal abgerechnet werden. Moderne Praxissoftware hilft hier zum Glück oft mit Warnhinweisen.
  • Unzureichende Begründungen bei GOÄ-Steigerungen: Wie schon besprochen, braucht jede Steigerung über den 2,3-fachen Satz hinaus eine kurze, aber stichhaltige Begründung. Und zwar direkt in der Rechnung und in der Doku.

Der Schlüssel liegt darin, proaktiv zu sein. Warte nicht, bis die KV etwas korrigiert, sondern bau eine interne Qualitätskontrolle auf. Schon ein einfaches Vier-Augen-Prinzip, bei dem eine Kollegin oder ein Kollege kurz über die Abrechnung schaut, kann einen riesigen Unterschied machen.

Gerade im ambulanten Sektor wird schnell klar, wie wichtig eine saubere Abrechnung ist. Daten der KVN zeigen, wie stark Abrechnungsquoten schwanken können. Lag die RLV/QZV-Abstaffelungsquote für Hausärzte im ersten Quartal noch bei 23,8 %, schnellte sie im zweiten Quartal auf 56,8 % hoch. Solche Sprünge machen deutlich: Jeder Cent zählt und Fehler im System werden schnell teuer. Wer tiefer einsteigen will, findet weitere Einblicke in die Ergebnisse der Honorarabrechnung auf kvn.de.

Souverän mit Rückfragen und Beanstandungen umgehen

Trotz aller Sorgfalt wird es immer mal wieder vorkommen, dass Krankenkassen oder die KV eine Leistung beanstanden. Das Wichtigste ist: keine Panik. Geh die Sache strukturiert an. Analysiere die Beanstandung genau: Worauf bezieht sie sich? Oft sind es nur Formfehler, die man schnell aus der Welt schaffen kann.

Wenn es aber um den Inhalt geht, ist deine Dokumentation dein stärkstes Argument. Formuliere eine sachliche, gut begründete Stellungnahme, die sich auf die Einträge in der Patientenakte stützt. Belege, warum die Leistung medizinisch notwendig und korrekt abgerechnet war.

Um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden, lohnt es sich, frühzeitig auf dem Laufenden zu bleiben. Machen Sie sich mit den kommenden Änderungen vertraut und vermeiden Sie typische Irrtümer über E-Rechnungen ab 2025. Die Digitalisierung bringt neue Prozesse mit sich – wer die kennt, arbeitet von Anfang an sauber und erstickt potenzielle Fehlerquellen im Keim.

Smarte Software für einen effizienteren Praxisalltag

Die Zeiten, in denen die Abrechnung komplett manuell mit Zettel und Stift erledigt wurde, sind zum Glück vorbei. Mal ehrlich: Solche Prozesse sind nicht nur extrem zeitaufwendig, sondern auch eine riesige Fehlerquelle. Moderne Praxissoftware ist deshalb kein Luxus, sondern ein absolut unverzichtbares Werkzeug, das dir den Alltag enorm erleichtert.

Ein Arzt oder eine medizinische Fachkraft arbeitet an einem Laptop und einem externen Monitor mit Smarts PraxisSoftware.

Wer die Abrechnung in der Arztpraxis lernen will, kommt um digitale Helfer nicht herum. Es lohnt sich, sich von Anfang an damit vertraut zu machen. Die Software nimmt dir stupide Routineaufgaben ab und verschafft dir mehr Zeit für das, was wirklich zählt: deine Patienten. Technologie ist dein stärkster Verbündeter auf dem Weg zu einer sauberen und effizienten Abrechnung.

Welche Software-Funktionen wirklich einen Unterschied machen

Nicht jede Software ist gleich. Bei der Auswahl solltest du genau hinschauen, welche Funktionen dir echten Mehrwert bringen und das Programm nicht nur unnötig aufblähen. Ein gutes System sollte wie ein cleverer Assistent im Hintergrund arbeiten, ohne dich auszubremsen.

Wirkliche Gamechanger sind integrierte Regelwerke, die dich schon bei der Eingabe auf mögliche Fehler hinweisen. Die Software kann dich zum Beispiel sofort warnen, wenn du zwei Ziffern eingibst, die laut EBM gar nicht miteinander kombinierbar sind. Solche Kleinigkeiten sparen am Ende enorm viel Zeit und Nerven.

  • Plausibilitätsprüfungen in Echtzeit: Das System checkt automatisch, ob die eingegebene Ziffer zur Diagnose (ICD-10-Code) passt. So werden logische Fehler von vornherein verhindert.
  • Integrierte EBM- und GOÄ-Kataloge: Du musst nicht mehr in dicken Wälzern blättern. Stattdessen hast du alle Ziffern, Ausschlüsse und Kommentare direkt digital zur Verfügung – und das immer auf dem neuesten Stand.
  • Automatische Erinnerungen: Die Software erinnert dich an wichtige Fristen, wie die Quartalsabrechnung bei der KV, und hilft dir so, alle Termine locker einzuhalten.
  • Schnittstellen zur KV: Eine direkte, sichere Schnittstelle zur Kassenärztlichen Vereinigung und zu privaten Abrechnungsstellen macht die Datenübermittlung zum Kinderspiel und reduziert den bürokratischen Aufwand erheblich.

Diese digitalen Werkzeuge optimieren nicht nur deinen Workflow, sondern verbessern auch die finanzielle Gesundheit deiner Praxis. Um auch abseits der Patientenabrechnung den Papierkram zu minimieren, kann dir ein Praxisleitfaden zur Rechnungsdigitalisierung mit Software wertvolle Unterstützung bieten.

So wählst du das richtige System für deine Praxis aus

Die beste Software ist die, die zu dir und deinen Bedürfnissen passt. Eine große, fachübergreifende Gemeinschaftspraxis hat völlig andere Anforderungen als eine kleine Hausarztpraxis auf dem Land. Bevor du dich also für ein Programm entscheidest, frage dich, was dir wirklich wichtig ist.

Wähle eine Software, die mit deiner Praxis mitwachsen kann. Achte auf eine intuitive Bedienung und vor allem auf einen guten Support, der dir bei Fragen schnell und unkompliziert zur Seite steht. Eine kostenlose Testphase ist ideal, um das Programm im echten Praxisalltag auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ein effizientes Praxismanagement geht aber über die Abrechnung hinaus. Es beeinflusst auch das Wohlbefinden von Personal und Patienten. Interessante Einblicke, wie eine durchdachte Umgebung den Praxisalltag verbessern kann, findest du übrigens auch in unserem Beitrag zur Gestaltung moderner Praxisräume. Letztendlich ist das smarte Zusammenspiel aus digitaler Effizienz und einem gut gestalteten Arbeitsumfeld der Schlüssel zum Erfolg.

Die häufigsten Fragen zur Abrechnung in der Arztpraxis

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar der brennendsten Fragen klären, die im hektischen Praxisalltag immer wieder auftauchen. Sieh diesen Abschnitt einfach als dein kompaktes Nachschlagewerk für die kleinen, aber oft entscheidenden Details, die schnell für Verwirrung sorgen können.

Wenn du die Abrechnung in der Arztpraxis lernen willst, wirst du merken, dass bestimmte Themen immer wieder für Stirnrunzeln sorgen. Hier gibt es schnelle und klare Antworten, um die letzten Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

Wie lange ist eine Überweisung gültig?

Eine der klassischen Fragen, die gefühlt täglich aufkommt, betrifft die Gültigkeit von Überweisungsscheinen. Die Regel hier ist zum Glück ganz einfach und klar: Eine Überweisung ist nicht an ein Quartal gebunden.

Ein Patient kann also ohne Probleme mit einer Überweisung aus dem Vorquartal zu dir in die Praxis kommen. Das Einzige, was wirklich zählt, ist, dass die elektronische Gesundheitskarte des Patienten in beiden Quartalen – also im Ausstellungsquartal und im aktuellen Behandlungquartal – vorgelegt und eingelesen wird.

Überweisungen sind grundsätzlich quartalsübergreifend gültig. Die Sorge, ein Überweisungsschein könnte „ablaufen“, ist also in den meisten Fällen unbegründet, solange die Versichertenkarte in beiden Quartalen gültig war.

Was passiert, wenn ein Privatpatient seine Rechnung nicht bezahlt?

Anders als bei der GKV-Abrechnung, wo die KV dein direkter Ansprechpartner ist, rechnest du bei Privatpatienten direkt mit ihnen ab. Wenn ein Patient auch nach einer freundlichen Erinnerung nicht zahlt, solltest du ein strukturiertes Mahnverfahren einleiten. Das muss nicht gleich konfrontativ sein.

  • Erste Mahnung: Schick eine freundliche Zahlungserinnerung, ganz ohne Mahngebühren. Oft ist es nur ein Versehen.
  • Zweite Mahnung: Hier setzt du eine klare Frist und weist auf mögliche Mahngebühren hin. Das erhöht den Nachdruck.
  • Letzte Mahnung: Kündige an, dass du rechtliche Schritte einleiten wirst, falls die Zahlung weiterhin ausbleibt.

Wenn alles nichts hilft, bleibt am Ende nur das gerichtliche Mahnverfahren oder die Übergabe des Falls an ein Inkassounternehmen. Gute Kommunikation ist hier aber der Schlüssel. Oft kann schon ein kurzes, klärendes Gespräch Missverständnisse ausräumen. Ein tieferes Verständnis für eine gelungene Kommunikation zwischen Arzt und Patient hilft ungemein dabei, solche Konflikte von vornherein zu vermeiden.

Darf ich eine Leistung abrechnen, die ein Kollege angeordnet hat?

Ja, das darfst du – es kommt aber ganz auf die Art der Überweisung an. Handelt es sich um eine Auftragsleistung, zum Beispiel eine ganz spezifische Laboruntersuchung auf Muster 10, dann rechnest du auch exakt nur diese angeforderte Leistung ab. Der Auftrag ist hier klar definiert.

Liegt dir aber eine Überweisung zur Mit- oder Weiterbehandlung vor, hast du deutlich mehr Spielraum. Du erbringst dann die Leistungen, die du aus deiner medizinischen Sicht für notwendig hältst. Wichtig ist nur, dass du den überweisenden Kollegen über deine Befunde und deine Therapie auf dem Laufenden hältst.

Wie oft sollte ich Privatleistungen abrechnen?

Bei GKV-Leistungen gibt die Quartalsabrechnung den Rhythmus klar vor. Bei Privatleistungen bist du aber viel flexibler. Die meisten Praxen haben sich hier auf einen monatlichen Abrechnungszyklus eingespielt, und das aus gutem Grund.

Dieser Rhythmus sichert einen stetigen Geldfluss und verhindert, dass sich riesige Rechnungssummen anhäufen, was für Patienten schnell abschreckend wirken kann. Außerdem behältst du so einen viel besseren Überblick über deine eigene Liquidität.


Bei Animus Medicus findest du nicht nur Wissen, sondern auch die passende Ästhetik für deine Leidenschaft zur Medizin. Entdecke unsere anatomischen Poster und Accessoires auf https://animus-medicus.de.